Über Strodisign und den Blog

Im brandenburgischen Strodehne flattern die Hüllen.

Strodisign überführt traditionelle dörfliche Alltagskleidung in eine neue Erscheinungsform. Prädestiniert für diese Transformation ist die Kittelschürze, die wie kaum ein anderes Kleidungsstück das Klischee für ländliche Kleidung verkörpert und entsprechend polarisierend wirkt: Ihre Gegner verachten sie als Merkmal eines rückständigen (Haus-)Frauenbildes, ihre Befürworter finden sie praktisch, erfreuen sich an ihren bunten Mustern und ihrer heimlichen Sinnlichkeit oder schätzen sie, weil sie ähnlich einer Uniform ihre TrägerInnen gleich stellt.

Lassen sich diese Zuschreibungen in den „Zeitgeist“ des Dorfes übersetzen? Wie sieht die zeitgenössische Strodehner Kittelschürze aus? Welche Dorfgeschichten und (Denk)Muster fließen in ihr Erscheinungsbild ein? Was verbirgt sie? Was zeigt sie? Wer kann sie tragen?

Bei der Realisierung des Projekts wirken die kreativen und handwerklichen Kräfte des ganzen Dorfes zusammen. Externe Impulsgeber sind u.a. ModedesignerInnen, bildende KünstlerInnen und TextildesignerInnen.

Während vor Ort im landmade.Kulturversorgungsraum (KVR) Künstler, Kulturschaffende und Dorfbewohner sich und dem Dorf ein neues Outfit auf den Leib schneidern, beliefert der Strodisign-Blog die Welt mit Fakten und Meta-Fakten zum Projekt:
In der Sparte Kittelwesen schicken Birte Hoffmann und Gabriele Konsor Geister durchs Dorf.
Emotionen und Erinnerungen, die die Kittelschürze auslöst, sind als Bekenntnisse vertreten.
Die Rubrik Frau Heinz informiert liefert profundes Kittelschürzen-Wissen.
Künstlerin Shurekha präsentiert mit den Nighties die indische Schwester der Kittelschürze.

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Bloggerinnen:

Birte Hoffmann

gerät wegen der Kittelschürzen in Farbrausch. Die Fotografin und Kulturarbeiterin mit Landkompetenz trug noch nie Schürzen, dafür aber schon immer gerne Kleider mit Blümchen. Als Mit-Betreiberin des landmade.Kulturversorgungsraums (KVR) in Strodehne ist sie für Strodisign auf der Suche nach zeitgenössischer Landmode und geeigneten Models, die sich vor ihrer Kamera darin zeigen.

Auf dem Strodisign-Blog animiert sie zusammen mit Gabriele Konsor das Dorf mit Kittelschürzen.

Mareen Heinz

fühlt sich vom facettenreichen Wesen der Kittelschürze magisch angezogen. Das heutzutage aus ihrer Sicht völlig unterschätzte Kleidungsstück ist für die Textildesignerin aus Eibenstock im Erzgebirge „ein Relikt aus Kindertagen, aber auch ein Stück schmunzelnde Realität. Natürlich aus Dederon. Lieblingsmodell: weiß mit roten Punkten, eine aufgesetzte Tasche, Rüschenverzierung und seitlichen Schließbändern.“ Für Strodisign entwickelt sie zeitgenössische Kittelschürzen-Dessins.

Auch sonst folgt Frau Heinz der Kittelschürze überall hin und teilt ihre Recherche-Ergebnisse auf diesem Blog mit.

Gabriele Konsor

mag Muster, die über Grenzen gehen. Die bildende Künstlerin ist den heimlichen Narrativen der Dorfgesellschaft auf der Spur und will wissen, welche Mysterien sich hinter der Kittelschürze verbergen. Als künstlerische Leiterin des KVR in Strodehne verknüpft sie für Strodisign Denkmuster und Handlungsebenen.

Auf dem Blog bringt sie zusammen mit Birte Hoffmann die dörfliche Realität in Schwebezustand.

Surekha

is a visual artist based in Bangalore, India. She has previously explored clothing as a metaphor for the body.  She has been exploring video & photograpy as an artistic form negotiating  public and private spaces. Her work explores and  interrelate the domains of archiving, documenting and performing, by reflecting on how visuality can engage with socio political aesthetics.

Surekha’s works have been exhibited in India and international museums and galleries since last two decades.