Pamphlet

Handgeschrieben und persönlich im KVR abgeliefert: Den in Strodehne lebenden Schrifsteller Walter Aue (86) provozierte die Strodisign-Schau zu einem stürmischen Pamphlet gegen die Kittelschürze:

Mit der Schürze begann die Frau zum ersten Mal sich EIGENE Gedanken zu machen! Heute leben wir in einer anderen Gegenwart! Heute haben diese küchenvernebelten Gedanken der „braven Hausfrau“ ihre ehemaligen Kochtöpfe und Wassertröge längst verlassen, an die sie sich bisher hilflos festklammerten!! Die Frau von HEUTE hat sich inzwischen emanzipiert!! Sie muss sich nicht mehr für ein schlechtes Essen rechtfertigen (denn der Mann kann nachweislich besser kochen!) oder für verstaubte Möbel entschuldigen, für die ein Mann gleichermaßen verantwortlich ist. NEIN, heute hat die Frau ihre eigenen Berufe, Schulen und Tätigkeiten zu wählen und hat die Positionen der Männer darin nicht nur erreicht, sondern in vielen Fällen übertroffen!!
Ihre Wissbegier wächst stündlich!(und ihre Vorstellungskraft.)
Dagegen ist die „Großmutterschürze“ ein nutzloser, alter hässlicher Lappen, den man nicht einmal Flüchtlingen anbieten kann. Die Zukunft exisitiert auch in unseren havelländischen Dörfern, die im allgemeinen jenseits aller rationellen Erkenntnisse leben!
Also: Heute erleben wir (alten Säcke wie ich) die Freudenschreie der furchtlosen, allseits gebildeten jungen Frauen, die ihre Gehirnsubstanz unter ihrer Schädeldecke befreit haben und die Großmutterschürzen in den Müll geworfen haben! So amüsant das vorgezeigte „Schürzenballett“ auch war – und es zeigte die Talente der Schürzengestaltung in großartiger Weise – aber noch besser und überzeugender wäre es gewesen, wenn die sympathischen Trägerinnen gemeinsam diese „Sklavenkleidung“ ihrer Großmütter in einem Freudenfeuer verbrannt hätten.
WAS LEBT, WIDERSPRICHT! Also dringend Schluss mit diesen lächerlichen Küchenuniformen! Die Knechtschaft der Kochlöffel und Staubwedel gehört der Historie unserer hochverehrten Großmütter an!

Walter Aue

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